MOD-Files
& was danach kam
Vom Komponieren in Tabellenspalten

Leider hab ich die Geburt der MOD-files auf dem Commodore-Amiga verpasst.
Erwischt hat’s mich dann aber auf dem PC. Lange vor der Geburt der MP3s machte der
Wunsch nach digitaler Musik am Computer dem Erfindungsreichtum Beine.

Samples (einzelne Töne oder Effekte) von Instrumenten wurden als möglichst kleine Dateien
abgespeichert und dann in einem „Mod-File“ so notiert, dass sie, in der richtigen Reihenfolge
abgerufen, eine Melodie ergaben.

 Die frühen wie auch die späten MOD-Editoren waren wir eine Tabelle aufgebaut. Für jede
„Stimme“, für jedes Instrument, war eine Spalte/Spur vorgesehen in der die Tonabfolge notiert war.


Man brauchte also zum Musikmachen nicht mal ein Instrument. Und da es noch kein Internet 
für den Heimgebrauch gab, wurden einfach Samples von Multimedia-CDs oder gleich
von anderen MODs verwendet. Die meisten Mod-files hatten eine Dateigröße von weniger als 100 kb.
Man bekam also durchaus locker 10 Lieder auf eine Diskette; denn es war ja nur die Qualität und Menge der
Samples für die „Größe“ ausschlaggebend. Wie lange der Song wurde, spielte hingegen für die "Größe" kaum eine Rolle.

 
Ein traumhaftes Werkzeug war der Fasttracker 2.0 (Siehe oben). Er war optisch und funktionell
wahnsinnig gut aufgebaut und ließ keine Wünsche offen.



Ausschnitt aus der "WIKIPEDIA"






So begann ich also Anfang der 90er eine Art „Dance-Pop-Synthie-Musik“ zu machen und versuchte von Song zu Song besser zu werden um den
Mod-typischen Minimalisten-Sound loszuwerden. Als sich meine Freunde dann auch dafür interessierten, was ich mit diesem frei erhältlichen Fasttracker
so alles anstellen konnte, war die Faszination „MOD“ bei uns geboren und hielt sich bis zur Verbreitung der MP3s.

Es sind an meinem alten 486er und auch an den neueren PCs über 50 MODS enstanden. Manche höre ich heute mit einem Schmunzeln
im Gesicht an; andere begeistern mich immer wieder auf's Neue (So, das war der "Eigenlob-Abschnitt") !
Es war eine tolle Zeit - ...ungebremster Pioniergeist ! :-)

Alle Rechte der folgenden drei Musikstücke liegen bei mir
Jegliche Verwendung dieser Kompositonen bedarf meiner ausdrücklichen Genehmigung


TimeEscape.mod (T21)  -  01.02.1995
Composed by Christian Keilig



AbiBass.mod (T28)  -  18.06.1996
Composed by Christian Keilig



Oxygenius.xm (T35)  -  04.04.1997
Composed by Christian Keilig

Bei aktiviertem Playlist-Fenster im WinAmp kann man durch Markieren des Songs und folgendem
Drücken von ALT und 3 das Info-Fenster aufrufen, das damals beim Abspielen zu sehen war...

Leider war sowieso Feierabend als die DOS-Eingabe unter WINDOWS nur noch emuliert wurde und der Fastracker doch nur 
unter richtigem DOS lief. Es gab eine Menge „Klone“, also Kopien, die den
Fasttracker dann unter Windows ersetzen sollten. Sie konnten es nur FAST so gut...

 
Darunter MilkyTracker, SkaleTracker (Link inaktiv; nicht mehr verfügbar), etc.

In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder ein MOD gebastelt - der alten Zeiten wegen -  aber auch nie wirklich eine
Alternative für mich gefunden. Das Arbeiten mit DAWs (Digital Audio Workstation), das heißt kurz gesagt mit einem
Computerprogram und angeschlossenem Keyboard war mir immer schon zu aufwendig und unübersichtlich.
Mir war immer schon das Basteln an einem Gerät, also einer "StandAlone-Lösung" viel lieber und praktischer;
alles andere hat mich nur abgeschreckt.

Man soll es nicht glauben: Erst im Jahr 2020 und mit dem Spontankauf einer YAMAHA MODX 7 habe ich
ein Stück Technik gefunden, auf dem ich mich zuhause fühle wie nie zuvor.




Und kurz nach meinem Kauf der YAMAHA bringt doch der Hersteller ein Update zum Herunterladen raus,
das der MODX einen Sequenzer zum Arrangieren von Musikstücken beschert !

Als ich dann noch über das Video von BoBeats gestolpert bin, das den Sequenzer Schritt für Schritt erklärt, war es passiert.
Direkt nach Anschauen des Videos fing ich an, ein REMAKE eines meiner alten MOD-Files zu bastlen - "Remember this".
Denn mit einem Stück zu beginnen, das man in- und auswendig kennt, bringt einem das neue System am Einfachsten näher.

Seitdem bin ich unaufhaltsam am Basteln von bekannten aber vor Allem eigenen Stücken :





 

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